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Kiron Khosla Page 1 | Biography |
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Haecceity, 2004
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KIRON KHOSLA : Die Jagd. Self Portraits and Other Wild Flowers - Galerie Christian Nagel Berlin - 26. Februar � 26. M�rz 2005 Die Entdeckung, dass ein Fluchtpunkt konstruierbar und dadurch Raumillusion m�glich ist, geh�rt zu den folgenreichsten und eigenst�ndigsten Schritten der europ�ischen Kunst, deren weltweite Verbreitung dadurch beschleunigt wurde. Bis heute bestimmt dieser letztlich aus der Antike stammende Wettbewerb eines artifiziellen Mimesis-Apparates nicht nur unsere Wahrnehmung bis hin zu Tr�umen perfekter Virtualit�t, sondern definiert |
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No Compulsion, 2005
auch die Bedeutung eines Bildes. Vor diesem Hintergrund muten die Bilder des 1967 in Kalkutta geborenen Kiron Khosla wie transhistorische Streifz�ge durch die �berwachsenen Schlachtfelder eines weltweiten �Bilderstreits� an. Diese Malerei eignet sich nicht zum �berblick, man muss sie zuerst im Einzelnen betrachten. Dabei schadet es nicht, die versch�tteten Reste des eigenen b�rgerlichen Bildungsreservoirs zu aktivieren, um die zahlreichen Zitate zumindest ansatzweise zuordnen zu k�nnen. So trifft in No Compulsion (2005) beispielsweise ein Blumenstrau� Odilon Redons auf das in Grisaille �berf�hrte S/W- Foto eines l�ssig-eleganter DJs aus dem London der 60er Jahre, w�hrend von oben links ein berittener Krieger vor hingetupften Wolken, den Blick ins Nichts unter sich gerichtet, heranprescht. Die Illusion eines Horizonts wird durch ihr kunsthistorisches Gegenteil, den raumlosen Goldgrund mittelalterlicher Andachtsbilder erzeugt, und asiatisch anmutende Texte sowie eine in lateinische Schrift und japanisch aussehende Ligatur zergliederte K�nstlersignatur vervollst�ndigen das Bild. |
Ganz �hnlich setzen sich Have a Cup of Tea und Relax (beide 2005) zusammen, wo im ersteren eine etwas herbe Diana vor einem den Bildraum ziemlich abrupt beendenden Ornament zur Jagd aufbricht, w�hrend sich auf letzterem ein Chevalier des 17. Jahrhunderts im Nebel zu verlieren droht.
Die vielen Gestalten mit ihren exakten Details, von Khosla in krausen Arrangements voll skurriler Gegen�berstellungen kombiniert, verlangen nach visueller Aufmerksamkeit. Schnell ist der Betrachter in historische Verwicklungen involviert, in denen man sich ziellos verlieren kann. Interessiert man sich dagegen nur f�r das Vorhandensein und nicht f�r die Herkunft bestimmter Motive, gelangt man zu einer Art perfekten Oberfl�che, zu einem Muster auf Grund, das jegliche tiefere Bedeutung negiert. F�r diese Sicht spr�che immerhin, dass nicht wenige Bilder Khoslas trotz ihrer realistischen Motive in beliebiger Richtung aufgeh�ngt werden k�nnen. Dass die in der Galerie Christian Nagel in Berlin gezeigten Bilder allesamt verkappte Selbstportr�ts des Malers enthalten, muss daher wohl als augenzwinkernder Hinweis auf den Mythos des sinnstiftenden K�nstlers verstanden werden.
Relax, 2004 |
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